kirschenhofer, sabine


Workshop 8: Im knallweißen therapeutischen Raum sind wir unsichtbar

Wir vermuten, dass Selbstbilder von vielen (systemischen) Therapeut_innen auch beinhalten, weltoffen und antirassistisch zu sein. Wenn eine Auseinandersetzung mit „anderen Kulturen“ stattfindet, dann meistens in Form von Weiterbildungen und Schulungen im Sinn der Aneignung von multikulturellen Kompetenzen, Wissen z.B. über kollektivistische Gesellschaften, Islam oder Herkunftskulturen von Geflüchteten usw. Dieser Zugang bedeutet für uns, dass „wir“ Helfenden versuchen, via mehr Wissen über die „anderen“ im Kontext des therapeutischen Raums die Kontrolle zu behalten: die Helfenden bleiben die unsichtbare Norm. Inspiriert von dekolonialen Perspektiven laden wir ein zu einer Reflexion, die Weißsein (als kulturelle Herrschaftspraxis) und damit verbundene Privilegien in den Mittelpunkt stellt. Wir möchten den „knallweißen“ (Araba Johnston-Arthur) therapeutischen Raum verändern, denn sonst verbleiben wir dabei, dass andere Körper, Subjekte, Ideen bestenfalls als Exotika vorkommen.

Referentin: Sabine KIRSCHENHOFER, Soziologin und Anglistin, Psychotherapeutin (systemische Familientherapeutin); 5 Jahre als Sozialwissenschafterin in der Arbeitsweltforschung tätig (bei FORBA/Forschungs- und Beratungsstelle Arbeitswelt), 5 Jahre als Beraterin und Prozessbegleiterin für Betroffene von sexueller Gewalt für TAMAR aktiv. Seit 2002 in freier Praxis und seit 2005 am Institut für Paar- und Familientherapie in Wien beschäftigt; Lehrtherapeutin der ÖAS /Standort SFU

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