klingan, susanne


Workshop 8: Im knallweißen therapeutischen Raum sind wir unsichtbar

Wir vermuten, dass Selbstbilder von vielen (systemischen) Therapeut_innen auch beinhalten, weltoffen und antirassistisch zu sein. Wenn eine Auseinandersetzung mit „anderen Kulturen“ stattfindet, dann meistens in Form von Weiterbildungen und Schulungen im Sinn der Aneignung von multikulturellen Kompetenzen, Wissen z.B. über kollektivistische Gesellschaften, Islam oder Herkunftskulturen von Geflüchteten usw. Dieser Zugang bedeutet für uns, dass „wir“ Helfenden versuchen, via mehr Wissen über die „anderen“ im Kontext des therapeutischen Raums die Kontrolle zu behalten: die Helfenden bleiben die unsichtbare Norm. Inspiriert von dekolonialen Perspektiven laden wir ein zu einer Reflexion, die Weißsein (als kulturelle Herrschaftspraxis) und damit verbundene Privilegien in den Mittelpunkt stellt. Wir möchten den „knallweißen“ (Araba Johnston-Arthur) therapeutischen Raum verändern, denn sonst verbleiben wir dabei, dass andere Körper, Subjekte, Ideen bestenfalls als Exotika vorkommen.

Referentin: Susanne KLINGAN, Systemische Familientherapeutin, Pädagogin; 7 Jahre Tätigkeit in der aufsuchenden Famlienarbeit bei einem freien Träger in Niederösterreich, 5 Jahre Praktikumsanleitung im Rahmen von AST (Ambulante Systemische Therapie) der Lehranstalt für Systemische Familientherapie, Wien; seit 2005 Mitarbeit am Institut für Paar- und Famlientherapie, Wien. Lehrtherapeutin der ÖAS

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